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Naturkork, Presskork & Backkork – was ist der Unterschied?

Kork ist nicht gleich Kork

Naturkork, Presskork und Backkork stammen alle von demselben außergewöhnlichen Naturmaterial: der Rinde der Korkeiche (Quercus suber L.).

Trotzdem unterscheiden sich diese Korkarten deutlich in Aufbau, Herstellung, Dichte, Aussehen und Einsatzmöglichkeiten.

Während Naturkork die gewachsene Struktur der Korkrinde weitgehend bewahrt, entsteht Presskork aus zerkleinertem Kork, der mit einem Bindemittel wieder zu einem Werkstoff verbunden wird. Backkork wird ebenfalls aus Korkgranulat hergestellt, jedoch durch einen thermischen Expansionsprozess, bei dem korkeigene Bestandteile eine wichtige Rolle bei der Bindung spielen.

Daneben gibt es weitere wichtige Verarbeitungsformen wie Korkgranulat und Korkstoff.

Neben diesen drei grundlegenden Korkwerkstoffen betrachten wir auch Korkgranulat und Korkstoff als wichtige Verarbeitungsformen sowie Korken als bedeutende Produktgruppe.

Wer die Unterschiede kennt, kann wesentlich besser beurteilen, welcher Kork für eine bestimmte Anwendung geeignet ist.

👉 Zurück zum Korkwissen

Wo beginnt der Unterschied?

Am Anfang steht immer die Korkrinde.

Nach der Ernte werden die Rindenstücke gelagert, sortiert und entsprechend ihrer Qualität und ihrem späteren Verwendungszweck weiterverarbeitet.

Nicht jede Korkrinde besitzt dieselbe Struktur und Qualität. Alter der Rinde, Erntezyklus, Porenstruktur und Beschaffenheit beeinflussen ihre weitere Verwendung.

Geeignete hochwertige Rindenstücke können beispielsweise unmittelbar zu Naturkorkprodukten verarbeitet werden.

Andere Korkstücke sowie geeignete Reste aus der Verarbeitung werden zerkleinert. Daraus entsteht Korkgranulat – ein wichtiger Ausgangsstoff für zahlreiche weitere Korkwerkstoffe.

Vereinfacht entstehen daraus unterschiedliche Wege:

Korkrinde → Naturkork

oder

Korkrinde → Zerkleinerung → Korkgranulat → Presskork

oder

Korkrinde → Korkgranulat → thermische Expansion → Backkork

Auch Korkstoff basiert auf Naturkork. Dafür wird Kork zu einer sehr dünnen, flexiblen Schicht verarbeitet und mit einem textilen Trägermaterial verbunden.

Korkrinde → Auswahl/Verarbeitung → verschiedene Korkwerkstoffe

💡 Gut zu wissen

Die unterschiedlichen Korkarten sind keine verschiedenen Pflanzen oder Korksorten.

Der natürliche Ausgangsstoff ist immer Kork.

Erst Auswahl, Zerkleinerung, Bindung, Verdichtung und weitere Verarbeitung führen zu Werkstoffen mit unterschiedlichen Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten.

Naturkork – die gewachsene Korkrinde

Als Naturkork bezeichnen wir Kork, bei dem die natürlich gewachsene Struktur der Korkrinde weitgehend erhalten bleibt.

Das klassische Beispiel ist der Naturkorken.

Für hochwertige Naturkorken wird geeigneter Reproduktionskork verwendet. Die Korken werden direkt aus ausreichend starken und geeigneten Korkrindenstücken ausgestanzt.

Dabei bleibt die natürliche Zellstruktur des Materials erhalten.

Naturkork besitzt deshalb keine künstlich erzeugte Körnung. Poren, Farbunterschiede und kleine Unregelmäßigkeiten gehören zur natürlichen Struktur des Materials.

Typische Eigenschaften von Naturkork

✔ sehr leicht

✔ elastisch und rückstellfähig

✔ wasserabweisend

✔ schwimmfähig

✔ wärmedämmend

✔ natürlich gewachsene Struktur

✔ charakteristische Poren und Maserung

✔ gewachsene Korkstruktur weitgehend erhalten

Naturkork wurde und wird unter anderem für Flaschenkorken, Schwimmer, Dichtungen und zahlreiche technische oder dekorative Anwendungen verwendet.

💡 Gut zu wissen

Nicht jede geerntete Korkrinde eignet sich für hochwertige Naturkorken.

Die erste Rinde einer Korkeiche – die sogenannte Jungfernrinde – ist noch grob, hart und unregelmäßig. Auch die zweite Ernte erreicht üblicherweise noch nicht die notwendige Qualität.

Erst der sogenannte Reproduktionskork ab späteren Ernten besitzt in der Regel die Struktur, die für hochwertige Naturkorken benötigt wird.

👉 Die Korkeiche – Herkunft, Korkernte & Besonderheiten

7399 1 Korkgranulat
7399 3 Korkschrot Korkgranulat
7399 1 Korkgranulat

Korkgranulat – aus Kork wird ein neuer Rohstoff

Wird Kork mechanisch zerkleinert, entsteht Korkgranulat. Gröbere zerkleinerte Korkfraktionen werden traditionell teilweise auch als Korkschrot bezeichnet.

Dabei geht die zusammenhängende Struktur der ursprünglichen Rindenplatte verloren. Innerhalb der einzelnen Korkkörner bleibt die charakteristische Zellstruktur des Korks jedoch erhalten.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Korkgranulat ist also nicht einfach „Korkstaub“, sondern ein vielseitiger Rohstoff, dessen Eigenschaften stark von der jeweiligen Körnung abhängen.

Aus Granulat entstehen unter anderem:

✔ Presskork

✔ Rollenkork

✔ Korkplatten

✔ Formteile

✔ Boden- und Wandprodukte

✔ technische Korkprodukte

✔ expandierter Kork / Backkork

✔ Dämm- und Schüttmaterialien

Auch geeignete Produktionsreste können zerkleinert und erneut als Rohstoff eingesetzt werden.

Dadurch spielt Korkgranulat eine zentrale Rolle bei der möglichst umfassenden Nutzung der geernteten Korkrinde.

👉 Korkgranulat – Körnungen, Eigenschaften & Anwendungen (demnächst)

Presskork – Korkgranulat wird zum Werkstoff

Presskork – auch Korkagglomerat genannt – wird aus Korkgranulat und einem Bindemittel hergestellt.

Dafür wird Naturkork zunächst mechanisch zu Granulat zerkleinert. Das Granulat wird anschließend mit einem Bindemittel vermischt und unter definierten Bedingungen zu Blöcken, Platten, Rollen oder Formteilen verarbeitet. Nach dem Pressen und Aushärten kann der entstandene Korkwerkstoff zugeschnitten und für zahlreiche Anwendungen weiterverarbeitet werden.

Bei unseren entsprechenden Presskorkprodukten liegt der Korkanteil bei über 90 %; als Bindemittel wird Polyurethanharz (PU) mit einem Anteil von unter 10 % eingesetzt.

Was ist das Bindemittel?

Polyurethanharz ist kein natürlicher Bestandteil des Korks, sondern ein synthetisches Bindemittel. Es verbindet die einzelnen Korkgranulate dauerhaft miteinander und trägt zur Festigkeit, Flexibilität und Beständigkeit des fertigen Presskorks bei.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Naturkork und Backkork: Beim Presskork wird dem natürlichen Korkgranulat gezielt ein zusätzliches Bindemittel zugesetzt.

Und was bedeutet das für die Materialqualität?

Ein Bindemittel macht aus Kork nicht automatisch einen minderwertigen oder problematischen Werkstoff. Entscheidend sind vielmehr die konkrete Zusammensetzung, das verwendete Bindemittelsystem und die Anforderungen an den jeweiligen Einsatzbereich.

Unsere entsprechende Presskorkqualität wurde zudem von einem unabhängigen Prüflabor auf besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) gemäß REACH untersucht; die geprüfte Probe hat die Prüfung bestanden.

Für Lebensmittelkontakt gilt jedoch: Polyurethanharze können unterschiedlich zusammengesetzt sein. Nicht jedes PU-Bindemittel ist automatisch für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln geeignet. Eine Aussage zur Lebensmittelkonformität muss sich deshalb immer auf die konkrete Presskorkqualität und die dafür vorliegenden Nachweise beziehen.

Fein oder grob – die Körnung macht einen Unterschied

Je nach gewünschtem Produkt wird unterschiedlich feines Korkgranulat eingesetzt.

Feinkörniger Presskork besitzt eine gleichmäßigere Oberfläche und lässt sich für viele Anwendungen präzise bearbeiten.

Gröbere Körnungen erzeugen eine sichtbar stärkere Korkstruktur und können je nach Herstellung andere mechanische Eigenschaften besitzen.

Die Körnung allein entscheidet jedoch nicht über die Qualität eines Presskorks. Auch Rohdichte, Bindung und Herstellungsverfahren spielen eine wichtige Rolle.

Diese Unterscheidung wird beispielsweise bei Korkplatten, technischen Bauteilen und Bodenprodukten wichtig.

👉 Presskork – Herstellung, Eigenschaften & Anwendungen (demnächst)

💡 Gut zu wissen

Presskork ist nicht dasselbe wie gepresste massive Korkrinde.

Der Werkstoff entsteht aus Korkgranulat, das wieder zu einem zusammenhängenden Material verbunden wird.

Die charakteristische Zellstruktur des Naturkorks bleibt innerhalb der einzelnen Granulatkörner erhalten, während Bindemittel und Pressung aus diesen Körnern einen neuen Werkstoff formen.

Backkork – expandierter Kork

Backkork wird ebenfalls aus Korkgranulat hergestellt, unterscheidet sich in seiner Herstellung jedoch grundlegend von gewöhnlichem Presskork.

Das Granulat wird unter hohen Temperaturen thermisch behandelt. Dabei expandiert das Korkmaterial – sein Volumen vergrößert sich und die Struktur verändert sich.

Gleichzeitig spielen natürliche Bestandteile des Korks bei der Verbindung der einzelnen Granulatstücke eine wichtige Rolle.

Dadurch entsteht der typische dunkelbraune bis nahezu schwarze expandierte Kork.

Backkork wird deshalb häufig auch als expandierter Kork bezeichnet.

Was macht Backkork besonders?

✔ hergestellt aus Korkgranulat

✔ thermisch expandiert

✔ keine zusätzliche synthetische Bindung zwischen den Korkkörnern erforderlich

✔ charakteristische dunkle Farbe

✔ vergleichsweise geringe Rohdichte

✔ gute Wärmedämmeigenschaften

✔ gute Schall- und Schwingungsdämpfung

✔ häufig als Dämmstoff eingesetzt

Unsere ältere Fachliteratur beschreibt für die Herstellung hohe Prozesstemperaturen. Die konkreten heutigen Produktionsparameter können je nach Hersteller und Verfahren variieren.

Deshalb werden wir Temperatur, Rohdichte und technische Kennwerte im ausführlichen Backkork-Ratgeber anhand aktueller Produkt- und Herstellerdaten gesondert betrachten.

👉 Backkork / expandierter Kork – Herstellung & Eigenschaften (demnächst)

💡 Gut zu wissen

Die dunkle Farbe von Backkork bedeutet nicht, dass es sich um eine andere Korkart oder eine andere Baumrinde handelt.

Sie entsteht durch die thermische Behandlung des Korkgranulats während der Expansion.

Naturkork, Presskork und Backkork haben somit denselben natürlichen Ursprung – unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Verarbeitung.

Naturkork, Presskork und Backkork im direkten Vergleich

Merkmal

Naturkork

Presskork

Backkork / expandierter Kork

Ausgangsmaterial

gewachsene Korkrinde

Korkgranulat

Korkgranulat

Struktur

natürliche Rindenstruktur

gebundenes Granulat

expandiertes Granulat

Zerkleinert

Nein bzw. nur produktabhängig bearbeitet

Ja

Ja

Zusätzliches Bindemittel

bei reinem Naturkork nicht erforderlich

Ja

kein zusätzliches Bindemittel für die Verbindung der Granulatkörner erforderlich

Farbe

naturbraun, unterschiedlich

hell- bis mittelbraun

dunkelbraun bis schwarz

Oberfläche

natürlich und unregelmäßig

abhängig von Körnung und Pressung

gröber und offen strukturiert

Rohdichte

abhängig von natürlicher Rinde

durch Herstellung beeinflussbar

vergleichsweise gering

Typische Stärke

Elastizität und natürliche Struktur

vielseitige Formgebung und Bearbeitung

Wärme- und Schalldämmung

Typische Anwendungen

Naturkorken, Schwimmer, Dichtungen, Dekoration

Platten, Rollen, Formteile, Bodenprodukte

Dämmplatten und technische Dämmung

Und wo gehört Korkstoff dazu?

Korkstoff ist eine eigenständige Verarbeitungsform von Kork und unterscheidet sich deutlich von massivem Naturkork, Presskork und Backkork.

Für Korkstoff wird Naturkork zu sehr dünnen flexiblen Korkschichten verarbeitet und mit einem textilen Trägermaterial verbunden.

Dadurch entsteht ein Material, das die natürliche Optik und Haptik von Kork mit den Verarbeitungseigenschaften eines flexiblen Textilverbundes kombiniert.

Korkstoff lässt sich je nach Ausführung:

✔ schneiden

✔ nähen

✔ kleben

✔ prägen oder bedrucken

✔ zu sehr flexiblen Produkten verarbeiten

Typische Anwendungen sind:

✔ Taschen

✔ Geldbörsen

✔ Schmuck

✔ Accessoires

✔ Bekleidungselemente

✔ Etuis und Hüllen

✔ dekorative und kreative Anwendungen

Unsere Korkstoffe besitzen eine Reißfestigkeit von 20 kg/3 cm nach ISO 13934-1. Die Dehnung beträgt quer mindestens 20 % und längs mindestens 15 %.

Auch gegenüber Feuchtigkeit zeigt Korkstoff im Alltag interessante Eigenschaften. Das Material ist wasserabweisend; Taschen und Accessoires dürfen beispielsweise bei einem Regenschauer nass werden und können anschließend wieder trocknen.

👉 Korkstoff – Herstellung, Eigenschaften & Anwendungen (demnächst)

💡 Gut zu wissen

Korkstoff wird gelegentlich als „Korkleder“ bezeichnet.

Für unsere fachliche Beschreibung bevorzugen wir jedoch den Begriff Korkstoff beziehungsweise Textilkork, da es sich nicht um tierisches Leder handelt, sondern um einen Verbundwerkstoff mit einer Oberfläche aus Naturkork.

Korkwerkstoffe und Produktformen auf einen Blick

Kork kann in sehr unterschiedlichen Formen verarbeitet und genutzt werden. Die folgenden Beispiele zeigen wichtige Korkwerkstoffe, Ausgangsmaterialien und Produktformen im Überblick.

Naturkork

Gewachsene Korkrinde

Die ursprüngliche Struktur des Korks bleibt weitgehend erhalten.

Presskork

Korkgranulat + Bindemittel

Granulat wird zu Platten, Rollen oder Formteilen verbunden.

Backkork

Thermisch expandiertes Korkgranulat

Die Korkkörner expandieren und verbinden sich mithilfe korkeigener Bestandteile.

7399 1 Korkgranulat

Korkgranulat

Zerkleinerter Kork

Grundstoff für zahlreiche Korkprodukte und je nach Körnung auch direkt einsetzbar.

0010 Z Korkstoff Weiche Qualität Für Kleidung

Korkstoff

Dünne Korkschicht + textiles Trägermaterial

Flexibler Werkstoff für Taschen, Accessoires, Mode und kreative Anwendungen.

7410 Korken Aus Naturkork

Korken

Naturkork oder Presskork

Je nach Ausführung direkt aus geeigneter Korkrinde gefertigt oder aus Korkgranulat hergestellt.

Welche Korkart ist die richtige?

Die Frage lässt sich nicht allein danach beantworten, welche Korkart grundsätzlich „besser“ ist.

Entscheidend ist die Anwendung.

Für die Auswahl können beispielsweise wichtig sein:

✔ gewünschte Materialstärke

✔ Flexibilität

✔ Rohdichte

✔ Körnung

✔ Wärmedämmung

✔ Schalldämmung

✔ mechanische Belastung

✔ Feuchtebelastung

✔ Oberflächenanforderungen

✔ Art der Verarbeitung

Ein feinkörniger Presskork kann für eine Anwendung ideal sein, während für eine andere ein expandierter Backkork, Naturkork, loses Granulat oder flexibler Korkstoff wesentlich besser geeignet ist.

👉 Welche Korkart ist die richtige?

Was ist mit Rollenkork und Korkplatten?

Rollenkork und viele Korkplatten gehören in der Regel zur Familie der Presskorkprodukte.

Aus Korkgranulat entstehen durch Bindung und Verarbeitung flexible Rollen oder formstabile Platten in unterschiedlichen Stärken.

Dabei können Körnung, Rohdichte, Materialstärke und Zusammensetzung je nach Produkt variieren.

Deshalb sind auch innerhalb der Gruppe „Presskork“ unterschiedliche Produkte für unterschiedliche Anwendungen erhältlich.

👉 Rollenkork – welche Stärke für welches Projekt?

👉 Korkplatten – Stärken, Anwendungen & Verarbeitung

Was ist mit Korkdämmung?

Auch bei Korkdämmstoffen muss unterschieden werden.

Kork kann beispielsweise als:

✔ expandierte Korkdämmplatte

✔ Korkgranulat beziehungsweise Schüttung

✔ dämmende Unterlage

✔ Bestandteil unterschiedlicher Boden-, Wand- oder Deckenkonstruktionen

eingesetzt werden.

Welche Lösung geeignet ist, hängt von der jeweiligen Konstruktion und den erforderlichen technischen Eigenschaften ab.

Bei Bauprojekten sind außerdem immer der gesamte Bauteilaufbau sowie die aktuell geltenden technischen und bauphysikalischen Anforderungen zu berücksichtigen.

👉 Korkdämmung – Wärme, Schall & Anwendungen (demnächst)

Vom Baum zu unterschiedlichen Korkwerkstoffen

Ob Naturkork, Presskork, Backkork, Korkgranulat oder Korkstoff – am Anfang steht immer die Rinde der Korkeiche. 

 Korkeiche → Korkrinde → Auswahl und Verarbeitung

Naturkork

Korkgranulat

Presskork

Backkork

Korkstoff

Diese Vielfalt ist einer der Gründe, warum Kork in so unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden kann – vom Flaschenverschluss über Boden- und Dämmmaterialien bis hin zu technischen Bauteilen, Taschen und Accessoires.

🌿 Fazit – gleicher Ursprung, unterschiedliche Korkwerkstoffe 

Naturkork, Presskork und Backkork bestehen aus demselben natürlichen Ausgangsmaterial, sind jedoch nicht dasselbe. Naturkork bewahrt die gewachsene Struktur der Korkrinde weitgehend. Presskork entsteht aus Korkgranulat, das mit einem zusätzlichen Bindemittel zu einem neuen Werkstoff verbunden wird. Backkork entsteht ebenfalls aus Granulat, wird jedoch thermisch expandiert und nutzt korkeigene Bestandteile für die Verbindung der Korkkörner. Korkgranulat bildet wiederum die Grundlage zahlreicher weiterer Produkte, während Korkstoff die natürliche Korkoberfläche mit einem flexiblen textilen Trägermaterial verbindet. Welche Korkart die richtige ist, entscheidet deshalb immer die jeweilige Anwendung.

Häufige Fragen zu Naturkork, Presskork & Backkork

Ist Presskork echter Kork?
Ja. Presskork besteht überwiegend aus natürlichem Korkgranulat. Bei unseren Presskorkprodukten beträgt der Korkanteil mehr als 90 %. Für die Verbindung der Granulatkörner wird ein Bindemittel eingesetzt.

Ist Korkstoff echtes Kork?
Ja. Bei Korkstoff besteht die sichtbare Oberfläche aus echtem Naturkork, der zu einer sehr dünnen, flexiblen Korkschicht verarbeitet und mit einem textilen Trägermaterial verbunden wird. Korkstoff ist daher kein massiver Naturkork, sondern ein Verbundwerkstoff mit einer Oberfläche aus Naturkork. Dadurch verbindet er die natürliche Optik und Haptik von Kork mit der Flexibilität und Verarbeitbarkeit eines textilen Materials.

Was ist der Unterschied zwischen Naturkork und Presskork?
Bei Naturkork bleibt die gewachsene Struktur der Korkrinde weitgehend erhalten. Presskork wird dagegen aus zerkleinertem Korkgranulat hergestellt, das mit einem Bindemittel wieder zu einem zusammenhängenden Werkstoff verbunden wird.

Was ist Backkork?
Backkork ist thermisch expandierter Kork. Korkgranulat wird unter hohen Temperaturen behandelt, wodurch es expandiert und sich mithilfe korkeigener Bestandteile zu einem dunklen Werkstoff verbindet.

Enthält Backkork Klebstoff?
Bei klassischem expandiertem Kork ist für die Verbindung der Korkkörner kein zusätzliches synthetisches Bindemittel erforderlich. Korkeigene Bestandteile übernehmen beim thermischen Herstellungsprozess eine wichtige Bindefunktion.

Warum ist Backkork dunkel?
Die typische dunkelbraune bis schwarze Farbe entsteht während der thermischen Behandlung beziehungsweise Expansion des Korkgranulats. Durch die hohen Temperaturen verändert sich das Korkmaterial und erhält seine charakteristische dunkle Färbung. Die Farbe wird also nicht durch eine nachträgliche Einfärbung erzeugt, sondern entsteht während des Herstellungsprozesses.

Ist Korkgranulat noch echter Kork?
Ja. Korkgranulat entsteht durch mechanisches Zerkleinern von Kork. Die zusammenhängende Rindenstruktur geht dabei verloren, innerhalb der einzelnen Granulatkörner bleibt die charakteristische Zellstruktur des Korks jedoch erhalten.

Sind Korken immer aus Naturkork?
Nein. Neben Korken, die direkt aus geeigneter Naturkorkrinde gefertigt werden, gibt es auch Korken aus Korkgranulat beziehungsweise agglomeriertem Kork. Aufbau und Herstellung unterscheiden sich je nach Verwendungszweck.

Noch Fragen zu Kork?

Sie sind unsicher, ob Naturkork, Presskork, Backkork, Korkgranulat oder Korkstoff für Ihr Projekt die richtige Wahl ist?

Mit unserer Erfahrung aus über 30 Jahren Arbeit mit Kork unterstützen wir Sie gerne persönlich bei der Auswahl des geeigneten Materials und der passenden Ausführung.

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