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Backkork / expandierter Kork – Herstellung, Eigenschaften & Anwendungen

Wie aus Korkgranulat durch Wärme ein besonderer Korkwerkstoff entsteht

Backkork – auch expandierter Kork genannt – wird wie Presskork aus Korkgranulat hergestellt. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch im Herstellungsverfahren.

Während bei gewöhnlichem Presskork ein zusätzliches Bindemittel eingesetzt wird, wird das Korkgranulat bei der Herstellung von klassischem expandiertem Kork thermisch behandelt und expandiert. Dabei vergrößert sich das Volumen des Materials, und korkeigene Bestandteile tragen dazu bei, die einzelnen Korkkörner miteinander zu verbinden.

Ein zusätzliches synthetisches Bindemittel zwischen den Korkgranulaten ist bei diesem klassischen Herstellungsverfahren daher nicht erforderlich.

Durch die thermische Behandlung verändert sich auch das Erscheinungsbild des Korks deutlich: Aus dem ursprünglich helleren Korkgranulat entsteht ein dunkelbrauner bis nahezu schwarzer Korkwerkstoff mit einer charakteristischen, vergleichsweise groben Struktur.

Expandierter Kork wird aufgrund seiner Materialstruktur insbesondere dort eingesetzt, wo Eigenschaften wie Wärmedämmung, Schalldämpfung oder Schwingungsdämpfung gefragt sind. Die konkreten technischen Eigenschaften hängen jedoch von der jeweiligen Produktqualität, Rohdichte und Herstellung ab.

👉 Zurück zum Korkwissen

👉 Naturkork, Presskork & Backkork – was ist der Unterschied?

Was ist Backkork?

Backkork ist ein thermisch expandierter Korkwerkstoff aus Korkgranulat.

Als Ausgangsmaterial dient natürlicher Kork, der zunächst zu geeigneten Granulaten verarbeitet wird. Diese werden anschließend unter kontrollierten Bedingungen erhitzt.

Während dieses Prozesses verändert sich das Korkgranulat: Es expandiert, seine Struktur verändert sich und die einzelnen Korkkörner verbinden sich zu einem zusammenhängenden Werkstoff.

Das Besondere dabei:

Für die Verbindung der Granulatkörner ist bei klassischem expandiertem Kork kein zusätzliches synthetisches Bindemittel erforderlich.

Damit unterscheidet sich Backkork grundlegend von gewöhnlichem Presskork.

Presskork:
Korkgranulat + zusätzliches Bindemittel

Backkork / expandierter Kork:
Korkgranulat + thermische Expansion + Bindung mithilfe korkeigener Bestandteile

Die typische dunkle Farbe entsteht ebenfalls während der thermischen Behandlung und wird nicht durch eine nachträgliche Einfärbung erzeugt.

💡 Gut zu wissen

Backkork ist echter Kork – aber ein thermisch veränderter Korkwerkstoff.

Ausgangspunkt ist natürliches Korkgranulat. Durch die thermische Behandlung verändern sich jedoch Struktur, Volumen, Farbe und Eigenschaften des Materials.

Backkork sollte deshalb weder mit massivem Naturkork noch mit gewöhnlichem Presskork gleichgesetzt werden.

Wie wird Backkork hergestellt?

Die Herstellung beginnt – genau wie bei vielen anderen Korkwerkstoffen – mit natürlichem Kork.

Vereinfacht lässt sich der Herstellungsweg so darstellen:

Kork bzw. geeignete Korkreste → Zerkleinerung → Korkgranulat → Sortierung nach Körnung → thermische Behandlung → Expansion → Verbindung der Granulate → Abkühlung → Weiterverarbeitung

1. Kork wird zu Granulat verarbeitet

Geeignete Korkstücke und verwertbare Bestandteile aus der Korkverarbeitung werden mechanisch zerkleinert.

Dabei entsteht Korkgranulat, das je nach Herstellungsverfahren und gewünschtem Endprodukt nach bestimmten Korngrößen und Qualitäten ausgewählt beziehungsweise sortiert werden kann.

Die Granulate bilden den Ausgangsstoff für den späteren Expansionsprozess.

2. Das Korkgranulat wird thermisch behandelt

Das vorbereitete Korkgranulat wird anschließend hohen Temperaturen ausgesetzt.

Dabei findet der entscheidende Unterschied zum gewöhnlichen Presskork statt: Statt die einzelnen Granulatkörner mithilfe eines zugesetzten synthetischen Bindemittels miteinander zu verbinden, wird die natürliche Zusammensetzung des Korks für den Herstellungsprozess genutzt.

Durch die Wärmeeinwirkung expandiert das Korkmaterial. Gleichzeitig verändern sich Bestandteile des Korks, die bei der Verbindung der einzelnen Granulate eine wichtige Rolle spielen.

3. Die Granulate verbinden sich zu einem Werkstoff

Während des thermischen Prozesses entstehen aus den einzelnen Korkgranulaten zusammenhängende Formkörper beziehungsweise Blöcke.

Bei klassischem expandiertem Kork ist dafür kein zusätzliches synthetisches Bindemittel zwischen den Granulatkörnern erforderlich.

Nach dem Abkühlen können die entstandenen Blöcke weiterverarbeitet und beispielsweise zu Platten unterschiedlicher Stärke zugeschnitten werden.

Warum expandiert Kork bei der thermischen Behandlung?

Die besondere Reaktion von Kork auf Wärme hängt eng mit seiner mikroskopischen Zellstruktur zusammen.

Kork besteht aus sehr vielen kleinen, weitgehend geschlossenen Zellen. In diesen Zellen befindet sich Gas. Wird Korkgranulat während der Herstellung von Backkork stark erwärmt, verändert sich das Material: Die Granulate vergrößern ihr Volumen und expandieren.

Dabei verändert sich nicht nur die Größe der einzelnen Korkstücke. Auch die innere Struktur und die Eigenschaften des Materials werden durch die thermische Behandlung beeinflusst.

Das Ergebnis ist ein Korkwerkstoff mit einer anderen Struktur und Rohdichte als das ursprüngliche Korkgranulat.

👉 Aufbau & Zellstruktur von Kork

Wie verbinden sich die Korkkörner ohne zusätzliches Bindemittel?

Eine Besonderheit von klassischem expandiertem Kork besteht darin, dass die Granulatkörner während der thermischen Behandlung ohne zusätzlich zugesetztes synthetisches Bindemittel zu einem zusammenhängenden Werkstoff verbunden werden können.

Kork enthält von Natur aus verschiedene Bestandteile, darunter Suberin und weitere organische Komponenten. Während des Herstellungsprozesses verändern sich diese unter dem Einfluss von Wärme und tragen zur Verbindung der expandierten Korkgranulate bei.

Vereinfacht gesagt nutzt die Herstellung damit Bestandteile, die bereits im Kork vorhanden sind, anstatt zwischen den Korkkörnern ein zusätzliches synthetisches Bindemittel einzusetzen.

Das unterscheidet klassischen Backkork deutlich von gewöhnlichem Presskork.

Presskork:
Korkgranulat → zusätzliches Bindemittel → Pressung/Aushärtung

Backkork:
Korkgranulat → thermische Expansion → Verbindung mithilfe korkeigener Bestandteile

💡 Gut zu wissen

Gelegentlich wird vereinfacht gesagt, Suberin sei der „natürliche Klebstoff“ des Backkorks.

Für eine fachliche Beschreibung ist diese Formulierung jedoch zu stark vereinfacht. Suberin ist ein wichtiger natürlicher Bestandteil der Korkzellwände und trägt zu charakteristischen Eigenschaften des Korks bei.

Bei der Herstellung von expandiertem Kork wirken Wärme, Expansion und Veränderungen natürlicher Korkbestandteile zusammen. Deshalb sprechen wir lieber davon, dass korkeigene Bestandteile an der Bindung beteiligt sind.

Warum ist Backkork dunkel?

Die typische dunkelbraune bis nahezu schwarze Farbe von Backkork entsteht während der thermischen Behandlung des Korkgranulats.

Die hohen Temperaturen führen zu Veränderungen im Korkmaterial. Dabei verändert sich auch dessen natürliche Färbung deutlich.

Backkork wird daher nicht erst nachträglich dunkel eingefärbt. Die charakteristische Farbe entsteht unmittelbar im Herstellungsprozess.

Das macht den Werkstoff auch optisch leicht von vielen gewöhnlichen Presskorkprodukten unterscheidbar, die meist deutlich heller erscheinen.

Die genaue Färbung kann je nach Ausgangsmaterial und Herstellungsverfahren variieren.

Hat Backkork einen Eigengeruch?

Backkork besitzt einen charakteristischen Eigengeruch, der häufig als leicht rauchig oder röstig wahrgenommen wird.

Dieser Geruch entsteht im Zusammenhang mit der thermischen Behandlung des Korkgranulats und gehört ebenso wie die dunkle Färbung zu den typischen Merkmalen von expandiertem Kork.

Wie intensiv der Eigengeruch wahrgenommen wird, kann je nach Material, Lagerung und Belüftung unterschiedlich sein.

Was passiert mit der Zellstruktur des Korks?

Durch die thermische Behandlung bleibt Kork nicht vollkommen unverändert.

Die Granulate werden erhitzt und expandiert; dabei verändert sich ihre Struktur. Dennoch basiert der entstandene Werkstoff weiterhin auf der charakteristischen zellulären Struktur des Korks.

Gerade diese besondere Struktur ist ein wichtiger Grund dafür, dass expandierter Kork Eigenschaften besitzt, die ihn für technische und dämmende Anwendungen interessant machen.

Dazu gehören je nach konkreter Produktqualität unter anderem:

✔ geringe Rohdichte
✔ geringe Wärmeleitfähigkeit
✔ Schallabsorption und Schalldämpfung
✔ Schwingungsdämpfung
✔ Elastizität und Kompressibilität

Wichtig ist jedoch auch hier:

Diese Eigenschaften dürfen nicht mit einem einzigen pauschalen technischen Wert für „Backkork“ gleichgesetzt werden.

Körnung, Expansion, Rohdichte, Plattenstärke und Herstellungsverfahren beeinflussen die Eigenschaften des fertigen Produkts.

Eigenschaften von Backkork – was macht expandierten Kork besonders?

Durch die thermische Expansion entsteht aus Korkgranulat ein Werkstoff mit einer charakteristischen, porösen Struktur. Die zahlreichen gasgefüllten Zellen des Korks bleiben dabei ein wesentlicher Bestandteil des Materials.

Diese Zellstruktur trägt dazu bei, dass Backkork verschiedene Eigenschaften miteinander verbinden kann. Dazu gehören insbesondere eine vergleichsweise geringe Rohdichte, wärmedämmende Eigenschaften, Elastizität sowie die Fähigkeit, Schall und Schwingungen zu dämpfen.

Wie stark diese Eigenschaften ausgeprägt sind, hängt jedoch von der jeweiligen Backkorkqualität, ihrer Rohdichte, Struktur und Herstellung ab.

Die Rohdichte – auch bei Backkork ein wichtiger Kennwert

Die Rohdichte beschreibt, wie viel Masse eines Werkstoffs sich in einem bestimmten Volumen befindet.

Auch Backkork kann in unterschiedlichen Rohdichten hergestellt werden. Historische technische Unterlagen zeigen beispielsweise verschiedene Qualitäten für thermische, akustische und schwingungsdämpfende Anwendungen mit jeweils unterschiedlichen Volumengewichten.

Die Rohdichte steht dabei unter anderem mit folgenden Eigenschaften in Zusammenhang:

✔ Wärmeleitfähigkeit
✔ Festigkeit und Druckverhalten
✔ Elastizität
✔ Schwingungsdämpfung
✔ akustisches Verhalten
✔ Gewicht

Deshalb gilt auch bei Backkork:

Eine höhere oder niedrigere Rohdichte ist nicht automatisch besser. Entscheidend ist, welche Eigenschaften für die jeweilige Anwendung benötigt werden.

Backkork und Wärme

Eine der bekanntesten Eigenschaften von expandiertem Kork ist seine geringe Wärmeleitfähigkeit.

Die Zellstruktur des Korks enthält zahlreiche kleine gasgefüllte Hohlräume. Diese Struktur erschwert den Wärmetransport durch das Material und trägt damit zu seinen wärmedämmenden Eigenschaften bei.

Historische technische Unterlagen zu schwarzem Presskork beziehungsweise Isolierkork dokumentieren deshalb bereits Anwendungen zur thermischen Isolierung von unter anderem Wänden, Fußböden, Dächern, Kühl- und Gefrieranlagen sowie Rohrleitungen.

Wichtig ist jedoch:

Die Wärmeleitfähigkeit von Backkork ist kein pauschaler Wert für jedes Produkt.

Sie kann unter anderem von der Rohdichte, der Feuchtigkeit, der Temperatur und der konkreten Materialqualität beeinflusst werden.

Historische Messwerte oder Angaben aus älteren technischen Unterlagen sollten daher nicht ohne Weiteres auf heutige Backkorkprodukte übertragen werden.

💡 Gut zu wissen

Je kleiner die Wärmeleitfähigkeit λ eines Materials ist, desto geringer ist grundsätzlich der Wärmestrom durch das Material unter vergleichbaren Bedingungen.

Für die tatsächliche Dämmwirkung eines Bauteils reicht die Wärmeleitfähigkeit allein jedoch nicht aus. Auch Materialstärke, Bauteilaufbau und weitere bauphysikalische Faktoren spielen eine Rolle.

Technische Kennwerte sollten deshalb immer auf die konkrete Produktqualität und den vorgesehenen Einsatzbereich bezogen werden.

Backkork, Schall und Schwingungen

Backkork wurde und wird nicht nur wegen seiner thermischen Eigenschaften eingesetzt.

Die elastische und zelluläre Struktur des Materials kann auch dazu beitragen, Schall und mechanische Schwingungen zu dämpfen.

Historische Unterlagen unterscheiden bereits verschiedene Backkorkqualitäten nach ihrem Einsatzzweck und nennen neben thermischen und akustischen Qualitäten mehrere Varianten für die Schwingungsdämpfung. Außerdem werden Anwendungen zur Verbesserung der Raumakustik sowie zur Isolation gegen Maschinen- und Tragstrukturvibrationen beschrieben.

Je nach Produkt und Aufbau kann Backkork daher beispielsweise eingesetzt werden, um:

✔ Schall zu absorbieren beziehungsweise zu dämpfen
✔ Trittschall zu reduzieren
✔ Schwingungen zu dämpfen
✔ Bauteile elastisch voneinander zu entkoppeln
✔ als elastische Zwischenlage zu dienen

Dabei muss allerdings zwischen Wärmedämmung, Schalldämmung, Schallabsorption und Schwingungsdämpfung unterschieden werden. Diese Eigenschaften beschreiben unterschiedliche physikalische Vorgänge und dürfen nicht miteinander gleichgesetzt werden.

Elastizität und Verhalten unter Belastung

Kork besitzt aufgrund seiner Zellstruktur eine besondere Elastizität. Auch bei expandiertem Kork spielt diese Eigenschaft eine wichtige Rolle.

Unter Druck können sich die gasgefüllten Zellen beziehungsweise die daraus aufgebaute Materialstruktur verformen. Wird die Belastung wieder entfernt, kann sich das Material – abhängig von Qualität und Beanspruchung – wieder in Richtung seiner ursprünglichen Form zurückbewegen.

Historische Untersuchungen zu schwarzem Presskork zeigen außerdem, dass das Verformungsverhalten unter dauerhafter Belastung von Faktoren wie Rohdichte, Materialstärke, Belastung und Belastungsdauer beeinflusst wird.

Deshalb sollte auch hier nicht pauschal von „dem“ Druck- oder Rückstellverhalten von Backkork gesprochen werden.

💡 Gut zu wissen

Dämmwirkung und mechanische Belastbarkeit sind nicht dasselbe.

Eine Backkorkqualität, die für eine bestimmte thermische Anwendung entwickelt wurde, muss nicht automatisch dieselben mechanischen Eigenschaften besitzen wie eine dichtere Qualität für Druck-, Schwingungs- oder technische Anwendungen.

Rohdichte und Herstellungsweise müssen deshalb immer zusammen mit dem jeweiligen Einsatzzweck betrachtet werden.

Backkork und Feuchtigkeit

Kork besitzt aufgrund seiner besonderen Zellstruktur von Natur aus ein charakteristisches Verhalten gegenüber Wasser und Feuchtigkeit. Auch bei Backkork spielen die weitgehend geschlossenen Korkzellen eine wichtige Rolle.

Dabei müssen jedoch verschiedene Eigenschaften voneinander unterschieden werden:

wasserabweisend ist nicht dasselbe wie wasserdicht – und Wasserdampfdurchlässigkeit ist wiederum etwas anderes.

Backkork kann deshalb gegenüber flüssigem Wasser ein anderes Verhalten zeigen als gegenüber Wasserdampf.

Geringe Kapillarität

Die historischen technischen Unterlagen beschreiben schwarzen Presskork beziehungsweise Backkork mit einer geringen Kapillarität.

Kapillarität beschreibt vereinfacht die Fähigkeit eines Materials, Flüssigkeit durch sehr feine Poren oder Hohlräume aufzunehmen und weiterzuleiten.

Eine geringe Kapillarität bedeutet daher, dass Wasser im Material nicht in gleicher Weise durch feine Kapillaren weitertransportiert wird wie bei stark kapillar saugenden Werkstoffen.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch:

Backkork nimmt überhaupt keine Feuchtigkeit auf oder ist grundsätzlich wasserdicht.

Materialoberfläche, Schnittkanten, Rohdichte, Verarbeitung und Dauer der Feuchtebelastung können das Verhalten des konkreten Produkts beeinflussen.

Backkork und Wasserdampf

Neben flüssigem Wasser muss bei Baustoffen auch Wasserdampf betrachtet werden.

Die historischen technischen Unterlagen weisen für verschiedene Qualitäten von schwarzem Presskork Werte zur Wasserdampfübertragung aus. Die Werte unterscheiden sich je nach Rohdichte und Materialqualität.

Das zeigt einen wichtigen Unterschied:

Ein Material kann gegenüber flüssigem Wasser vergleichsweise wenig kapillar wirken und trotzdem Wasserdampf durchlassen.

Deshalb sollten Begriffe wie „wasserabweisend“, „feuchtebeständig“, „wasserdampfdurchlässig“ und „wasserdicht“ nicht synonym verwendet werden.

💡 Gut zu wissen

Wasser und Wasserdampf sind bei der Beurteilung eines Werkstoffs zwei unterschiedliche Themen.

Ein Material kann eine geringe kapillare Wasseraufnahme besitzen und dennoch einen Transport von Wasserdampf ermöglichen.

Ob ein konkretes Backkorkprodukt für einen bestimmten Feuchtebereich geeignet ist, muss deshalb anhand seiner aktuellen technischen Produktdaten und des vorgesehenen Aufbaus beurteilt werden.

Was sagt ein Kochwassertest aus?

In den historischen Unterlagen findet sich außerdem für schwarzen Presskork die Angabe, dass das geprüfte Material nach einem dreistündigen Test in kochendem Wasser nicht zerfiel.

Das ist vor allem ein Hinweis auf die Stabilität des Materialverbunds unter den damaligen Prüfbedingungen.

Es bedeutet jedoch nicht, dass daraus pauschal eine dauerhafte Wasserdichtheit von Backkork abgeleitet werden kann.

Für unseren Ratgeber ist deshalb die gleiche saubere Unterscheidung sinnvoll, die wir bereits beim Presskork vorgenommen haben:

Beständigkeit des Materialverbunds bei einer Prüfung ≠ dauerhaft wasserdichtes Produkt

Warum ist Backkork gegenüber Feuchtigkeit interessant?

Die Kombination aus Korkzellstruktur, geringer Kapillarität und dem jeweiligen Wasserdampfverhalten machte expandierten Kork historisch auch für verschiedene technische und bauliche Anwendungen interessant.

Dabei hängt das tatsächliche Verhalten eines Backkorkprodukts unter anderem ab von:

✔ Rohdichte
✔ Materialstruktur
✔ Materialstärke
✔ Oberflächenbeschaffenheit
✔ Verarbeitung
✔ Dauer und Art der Feuchtebelastung
✔ konkretem Bauteilaufbau

Deshalb sollte auch bei Backkork nicht von einer einzelnen Eigenschaft auf sämtliche Produkte und Anwendungen geschlossen werden.

Backkork und Temperatur

Die historischen Unterlagen zeigen außerdem, dass expandierter Kork für Anwendungen mit sehr unterschiedlichen Temperaturen eingesetzt wurde – unter anderem in Kühl- und Gefrieranlagen sowie bei Rohrisolierungen.

Das hängt unter anderem mit seiner geringen Wärmeleitfähigkeit und seiner Korkzellstruktur zusammen.

Die alten Unterlagen enthalten hierfür auch konkrete Temperaturbereiche. Diese würde ich auf unserer heutigen Seite jedoch bewusst nicht als aktuelle Belastbarkeitsgrenzen nennen, da uns für die heute verfügbaren Backkorkprodukte keine aktuellen technischen Nachweise dazu vorliegen.

Für die Praxis gilt daher:

Die zulässige Einsatztemperatur muss immer anhand der technischen Angaben des konkreten Backkorkprodukts beurteilt werden.

Was wird aus Backkork hergestellt?

Durch seine charakteristische Struktur und die Möglichkeit, expandierten Kork zu Blöcken und Platten weiterzuverarbeiten, wurde Backkork für sehr unterschiedliche Anwendungen eingesetzt.

Historische Fachunterlagen dokumentieren insbesondere den Einsatz zur Wärme- und Schalldämmung sowie zur Dämpfung von Schwingungen. Genannt werden unter anderem Anwendungen an Wänden, Fußböden und Dächern sowie in der Kühltechnik, bei Rohrisolierungen und zur Verringerung von Maschinen- und Bauteilschwingungen.

Heute sollte die Eignung für eine konkrete technische oder bauliche Anwendung jedoch immer anhand der aktuellen Produktdaten des jeweiligen Herstellers beurteilt werden.

Backkorkplatten

Nach der Expansion können die entstandenen Backkorkblöcke zu Platten in unterschiedlichen Abmessungen und Materialstärken zugeschnitten werden.

Die charakteristische dunkelbraune bis schwarze Oberfläche und die deutlich sichtbare Granulatstruktur unterscheiden Backkorkplatten bereits optisch von vielen helleren Presskorkplatten.

Je nach Produktqualität können Backkorkplatten für dämmende, akustische, technische oder gestalterische Anwendungen vorgesehen sein.

Wärme- und Dämmtechnik

Eine der klassischen Anwendungen von expandiertem Kork ist die Wärmedämmung. Historische Unterlagen zeigen den Einsatz unter anderem bei Wänden, Dächern, Fußböden, Kühlräumen und Rohrleitungen.

Für heutige Bauprojekte sind jedoch die aktuellen technischen Kennwerte, Zulassungen und Anforderungen des jeweiligen Produkts maßgeblich.

👉 Korkdämmung – Wärme, Schall & Anwendungen (demnächst)

Akustik und Schwingungsdämpfung

Die elastische, zellulare Struktur von expandiertem Kork macht den Werkstoff auch für Anwendungen interessant, bei denen Schall oder mechanische Schwingungen beeinflusst werden sollen.

Historische technische Unterlagen unterscheiden sogar zwischen Qualitäten für thermische, akustische und schwingungsdämpfende Anwendungen.

Welche Wirkung tatsächlich erreicht wird, hängt jedoch immer vom konkreten Material und vom gesamten konstruktiven Aufbau ab.

Innenraumgestaltung und dekorative Anwendungen

Backkork muss nicht ausschließlich als technischer Werkstoff betrachtet werden.

Seine dunkle Farbe, grobe Granulatstruktur und natürliche Oberfläche verleihen ihm einen eigenständigen Charakter. Dadurch kann expandierter Kork auch für dekorative Wandflächen, kreative Projekte und besondere Gestaltungselemente interessant sein.

Gerade im sichtbaren Einsatz unterscheidet sich Backkork optisch deutlich vom helleren Presskork.

Backkork schneiden und bearbeiten

Welches Werkzeug für Backkork geeignet ist, hängt vor allem von Materialstärke, Rohdichte und Produktaufbau ab.

Dünnere beziehungsweise weniger dichte Materialien können sich je nach Produkt mit einem scharfen Schneidwerkzeug bearbeiten lassen. Bei stärkeren Platten ist eine geeignete Säge häufig die bessere Wahl.

Wichtig ist ein scharfes Werkzeug, damit möglichst saubere Schnittkanten entstehen und die Granulatstruktur nicht unnötig ausbricht.

Vor größeren Arbeiten empfiehlt sich immer ein Probeschnitt an einem Reststück.

👉 Korkplatten richtig schneiden

Backkork kleben

Auch Backkork kann je nach Anwendung auf geeignete Untergründe geklebt werden.

Bei der Auswahl des Klebstoffs müssen jedoch unter anderem berücksichtigt werden:

✔ Art und Rohdichte des Backkorks
✔ Materialstärke
✔ Untergrund
✔ Größe der Klebefläche
✔ Feuchte- und Temperaturbelastung
✔ vorgesehene Nutzung

Da wir selbst keinen Backkork-Dämmstoff vertreiben, empfehlen wir an dieser Stelle keinen bestimmten Klebstoff pauschal. Bei technischen oder bauphysikalischen Anwendungen sollten die Verarbeitungsvorgaben des jeweiligen Backkork- und Klebstoffherstellers beachtet werden.

🛠 Werkstatt-Tipp von korkie

Die gröbere Struktur von Backkork unterscheidet sich deutlich von vielen feinkörnigen Presskorkplatten.

Wer expandierten Kork schneiden, kleben oder anderweitig bearbeiten möchte, sollte deshalb Werkzeug und Klebstoff zunächst an einem Reststück testen.

So lässt sich prüfen, wie sauber sich das Material bearbeiten lässt und ob die gewählte Verbindung für das konkrete Projekt geeignet ist.

Backkork, Presskork oder Naturkork?

Die drei Werkstoffe haben denselben natürlichen Ursprung – die Rinde der Korkeiche – unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Verarbeitung.

Naturkork
Die natürlich gewachsene Struktur der Korkrinde bleibt weitgehend erhalten.

Presskork
Korkgranulat wird mit einem zusätzlichen Bindemittel zu Platten, Rollen, Blöcken oder Formteilen verbunden.

Backkork / expandierter Kork
Korkgranulat wird thermisch expandiert. Bei klassischem expandiertem Kork ist für die Verbindung der Granulatkörner kein zusätzliches synthetisches Bindemittel erforderlich.

👉 Naturkork, Presskork & Backkork – was ist der Unterschied?

👉 Presskork – Herstellung, Eigenschaften & Anwendungen

🌿 Fazit – Wärme verändert Kork zu einem neuen Werkstoff

Backkork zeigt besonders eindrucksvoll, wie unterschiedlich sich Kork verarbeiten lässt.

Aus natürlichem Korkgranulat entsteht durch thermische Expansion ein dunkler, charakteristisch strukturierter Korkwerkstoff. Dabei können sich die Granulatkörner mithilfe korkeigener Bestandteile verbinden, ohne dass bei klassischem expandiertem Kork ein zusätzliches synthetisches Bindemittel zwischen den Korkkörnern erforderlich ist.

Seine zellulare Struktur, vergleichsweise geringe Rohdichte und sein elastisches Verhalten machen Backkork insbesondere für wärmedämmende, akustische und schwingungsdämpfende Anwendungen interessant.

Welche Eigenschaften ein konkretes Backkorkprodukt tatsächlich besitzt, hängt jedoch von Rohdichte, Struktur, Herstellungsverfahren und Produktqualität ab.

Deshalb sollten technische Kennwerte und Einsatzmöglichkeiten immer anhand des jeweiligen aktuellen Produkts beurteilt werden.

Häufige Fragen zu Backkork / expandiertem Kork

Was ist Backkork?

Backkork ist ein thermisch expandierter Korkwerkstoff aus Korkgranulat. Das Granulat wird unter hoher Temperatur behandelt, expandiert und verbindet sich zu einem zusammenhängenden Werkstoff. Backkork wird deshalb auch als expandierter Kork bezeichnet.

Ist Backkork echter Kork?

Ja. Ausgangsmaterial ist natürlicher Kork, der zu Granulat verarbeitet und anschließend thermisch expandiert wird. Historische Fachunterlagen beschreiben schwarzen Presskork beziehungsweise Isolierkork als Korkwerkstoff, der ohne fremde Bindemittel hergestellt wird.

Enthält Backkork Klebstoff oder Bindemittel?

Bei klassischem expandiertem Kork ist für die Verbindung der Korkgranulate kein zusätzliches synthetisches Bindemittel erforderlich. Während der thermischen Behandlung tragen korkeigene Bestandteile zur Verbindung der expandierten Granulate bei.

Ist Suberin der natürliche Klebstoff von Backkork?

Diese häufig verwendete Beschreibung ist stark vereinfacht. Suberin ist ein wichtiger natürlicher Bestandteil der Korkzellwände. Bei der Herstellung von Backkork wirken Wärme, Expansion und Veränderungen verschiedener korkeigener Bestandteile zusammen. Deshalb ist es fachlich sauberer, von einer Bindung mithilfe korkeigener Bestandteile zu sprechen.

Warum ist Backkork dunkel oder schwarz?

Die dunkelbraune bis nahezu schwarze Farbe entsteht während der thermischen Behandlung des Korkgranulats. Backkork wird also nicht nachträglich schwarz eingefärbt. Die charakteristische Färbung entsteht im Herstellungsprozess.

Hat Backkork einen Eigengeruch?
Ja. Backkork besitzt einen charakteristischen Eigengeruch, der häufig als leicht rauchig oder röstig wahrgenommen wird. Er entsteht im Zusammenhang mit der thermischen Behandlung des Korkgranulats. Wie intensiv der Geruch wahrgenommen wird, kann je nach Material, Lagerung und Belüftung unterschiedlich sein.

Was ist der Unterschied zwischen Backkork und Presskork?
Beide Werkstoffe können aus Korkgranulat hergestellt werden. Bei Presskork wird das Granulat mit einem zusätzlichen Bindemittel verbunden. Backkork wird dagegen thermisch expandiert; bei klassischem expandiertem Kork ist für die Verbindung der Granulatkörner kein zusätzliches synthetisches Bindemittel erforderlich.

Dämmt Backkork Wärme?
Expandierter Kork besitzt aufgrund seiner zellularen Struktur und vergleichsweise geringen Rohdichte wärmedämmende Eigenschaften. Historische Fachunterlagen dokumentieren seine Verwendung unter anderem zur Wärmedämmung von Wänden, Böden, Dächern, Rohrleitungen sowie in der Kühltechnik. Die konkrete Wärmeleitfähigkeit muss jedoch anhand der technischen Daten des jeweiligen heutigen Produkts beurteilt werden.

Kann Backkork Schall und Schwingungen dämpfen?
Ja, je nach Produktqualität und konstruktivem Aufbau kann die elastische und zellulare Struktur von expandiertem Kork zur Schall- und Schwingungsdämpfung beitragen. Historische Unterlagen unterscheiden bereits thermische, akustische und schwingungsdämpfende Qualitäten.

Ist Backkork wasserdicht?
Backkork sollte nicht pauschal als wasserdicht bezeichnet werden. Historische Unterlagen beschreiben unter anderem eine geringe Kapillarität und untersuchen auch die Wasserdampfdurchlässigkeit. Das zeigt, dass flüssiges Wasser und Wasserdampf getrennt betrachtet werden müssen. Die Eignung für eine konkrete Feuchtebelastung hängt vom jeweiligen Produkt und Anwendungsaufbau ab.

Was bedeutet die Kochwasserbeständigkeit von Backkork?
In unseren historischen Unterlagen wird für eine untersuchte Qualität beschrieben, dass der Materialverbund nach einer mehrstündigen Prüfung in kochendem Wasser nicht zerfiel. Das ist ein Hinweis auf die Stabilität des geprüften Materialverbunds unter diesen Testbedingungen – kein allgemeiner Nachweis dafür, dass Backkork dauerhaft wasserdicht ist.

Kann Backkork geschnitten werden?
Ja. Welches Werkzeug geeignet ist, hängt von Materialstärke, Rohdichte und konkreter Produktqualität ab. Für stärkere Platten kann eine geeignete Säge sinnvoll sein. Vor größeren Arbeiten empfiehlt sich ein Probeschnitt an einem Reststück.

Ist dunkler Backkork minderwertiger als heller Presskork?
Nein. Die dunkle Farbe ist kein Qualitätsmangel, sondern eine Folge der thermischen Behandlung. Presskork und Backkork sind unterschiedlich hergestellte Korkwerkstoffe und für unterschiedliche Anwendungen geeignet.

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